Begonnen hat alles …

in den Sommerferien, als ich 13 Jahre alt war. Ich habe teilgenommen an einem Camp für junge Forscher und unsere Aufgabe lautete: „Die neu geplante Autobahntrasse soll den Urwald durchqueren. Evaluiere die Konsequenzen.“ Eine heiße, gelsengeplagte Woche sind wir also mit einem Förster durch den Matsch gestapft und das Gefühl, das sich bei mir bis heute ins Herz geschrieben hat, war: wunschlos glücklich. Wieso ich dann Chemie und nicht Biologie studiert habe, kann ich beim besten Willen nicht mehr sagen (studieren wollte ich eigentlich Forstwirtschaft, aber damals war das noch nichts für Mädchen).

IMG_2725.JPEG

Waldglücklich

tausche Schreibtisch für Wald

Auf dem Sprung einer ganz sicher großartigen Karriere in einem renommierten Pharmaunternehmen haben mich die ethischen Bedenken so gequält, dass ich gekündigt habe (außerdem habe ich die Qualitätsanalysen fad gefunden, alles so standardisiert, kein Raum für kleine Explosionen und bunte Rauchschwalben, wie auf der Uni).

Ich brauchte eine Veränderung und brach nach Ostafrika auf. Das war ein monumentaler Karrierefehler (aber sonst das tollste Abendteuer meines Lebens), denn ich habe mich in das Land und die Menschen verliebt und bin etliche Savanne- und Dschungel-gefüllte Jahre geblieben, Mangos gegessen (nachhaltige Landwirtschaft unterstützt), mit Dorfkindern Zeitungen gelesen (kritische Auseinandersetzung mit modernen Medien), mit Stammältesten die Zukunft besprochen (partizipative Dorfentwicklungsinitiativen) und vieles mehr (um gut arbeiten zu können, habe ich noch ein Studium der Soziologie und Sozialarbeit angehängt).

Und weißt du was? Die Arbeit mit den Menschen hat es mir auch angetan. Ich bin inzwischen eine wirklich gute Sozialarbeiterin geworden, aufs Jammern allergisch (lösungsorientiert heißt das in der Fachsprache), Schöpfwerk erprobt, besonders stolz auf meine Jahre als Flüchtlingsbetreuerin (was für ein schreckliches Wort) in unserem riesigen Flüchtlingshaus (auch ein schreckliches Wort, aber nichts im Vergleich mit der offiziellen Bezeichnung).

Aber der Wald ruft, der Kopf und das Herz können sich im Wald am besten erholen, und als ich begriffen habe, dass ich auch jetzt, in nicht mehr so jungen Jahren, wochenlang mit einem Förster (oder auch ohne ihn) durch den Matsch stapfen kann, gab es einfach kein Zurück. Ich begann meine Waldpädagogik Ausbildung. Wieso kein Forstwirtschaftsstudium? Weil ich eine Liste von Top 25 Ausbildungen habe, die ich noch unbedingt machen möchte, und Forstwirtschaft es nicht unter die Top 3 geschafft hat. Die Welt ist einfach zu interessant, wirklich. Auf jeden Fall zu interessant, um sein Leben in der Schule zu verbringen.

So habe ich mir gedacht: ich gehe einfach in den Wald. Und wenn möglich, nehme ich noch ein paar Leute mit.

Mehr Fakten und Daten über Natalija? Bitte sehr.

Natalija.jpg
  • Ich erzähle gerne Geschichten

  • Ich unterstütze drei Masaai Kinder in Tansania und viele Kinder mehr in Österreich

  • Ich bin stolze Patin eines Walnussbaumes in Moldawien

  • Ich mache mir Sorgen über die Zukunft der Erde

  • Ich komme aus Slowenien und bin mal in der Wildnis von Kocevski Rog einen Bären begegnet

  • Meine Top 1 Ausbildung-to-do: Menschenrechtsbildnerin von Amnesty International (vielleicht schaffe ich das nächstes Jahr)

  • Schon seit meiner Kindheit fühle ich mich als eine echte Erdenbürgerin (und keine Staatsbürgerin), du weißt eh, wir sind alle Blätter an einem Baum

  • Ich spreche ziemlich gut Kiswahili

  • Ich unterstütze das Aufforstungsprojekt „Community Tree Nurseries“ in Uganda (gleich dort ums Eck gelebt)

  • Ich habe in meinem Garten 12 Bäume gepflanzt und anderswo noch einige mehr

IMG_3706.jpg

Ausbildungen:

BSc Chemie

MSc Soziologie und Sozialarbeit mit Gemeinschaften

Zertifikatslehrgang Kräuterpädagogik

Zertifikatslehrgang Waldpädagogik